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Nr. 27 25.01.2008 Download:  File-Download
Ski-Alpin Mode - Top Innovationen für die nächste Saison
• Sport und Lifestyle werden gekonnt kombiniert
• Funktion und Naturmaterialien liegen im Trend
• Gefragt sind mehrteilige Jackensysteme und Multifunktion
• Softshells zeigen sich so vielfältig wie noch nie

Die neue Alpinmode, die bei der ispo winter 08 vom 27. bis 30. Januar gezeigt wird, ist modisch
vielfältiger aber auch funktioneller denn je und verlinkt gekonnt Sport und Lifestyle. Neben
einigen Materialinnovationen heißt es in der kommenden Saison vor allem: Das Nützliche mit
dem Angenehmen verbinden. So erfüllen die neuen Sportbekleidungskollektionen fast aller
Anbieter die Anforderungen an Windschutz, Atmungsaktivität und Wassersäulen. Dazu
beginnen immer mehr Konfektionäre, sich auf die natürlichen Vorzüge von (Merino-) Wolle bis
hin zu Kaschmir aber auch Baumwolle zu konzentrieren. Vor allem umweltverträgliche
Materialien und ebensolche Produktionsverfahren scheinen derzeit als Qualitätskriterium gefragt
zu sein. Gewährleisten wollen damit immer mehr Hersteller ökologische Nachhaltigkeit, indem
sie vermehrt Materialien aus recycelten Produkten verwenden. Neu ist, was den Look der neuen
Alpin-Mode betrifft, dass das Hauptaugenmerk auf einem reduzierten, eher schlichtem Design
liegt. Der Gedanke dahinter: Nicht dem Diktat ständig wechselnder Modeströmungen
unterworfen zu sein. Und dafür mehr auch ganzjährigem Trageeinsatz gerecht zu werden. Und
noch etwas scheint sich durchzusetzen: Mehrteilige Jackensysteme für praktisch- und
komfortorientierte Skifahrer. Meist lassen sich dabei wattierte oder elastische und leichte
Innenjacken heraus nehmen, Ärmel sind abtrennbar sind und werden zur Weste. Und die
äußere, hochfunktionelle Membran-Schicht kann oft klein-verpackt im Rucksack auf schlechtes
Wetter warten.

Farben
Stylisch-gediegen geht es zu mit vielen Unis und nur recht kleinen Farbblitzern an Zippern,
Nähten oder Taschen. Unis zeigen sich meist mit plakativen Farben, allen voran Schwarz und
Weiß. Dazu kommen frische Blautöne wie etwa ein leuchtendes Royal, gerne kombiniert zu
warmem Braun oder Purple. Erdige Töne wie Sand, Ocker, oder Kitt zeigen sich zusammen mit
klassischem Rot aber auch Orange. Und bei der jüngeren Zielgruppe wird mit Grünvarianten
und recht auffälligen Abstufungen wie Gift- oder Apfelgrün gearbeitet. Freerider setzen weiter
auf natürliche Nuancen die urbanen Stil aufblitzen lassen mit Khaki, Olive und Beige, seltener
auch mal mit softem bis frischem Gelb. Zu sehen sind zudem mutige, oft sogar wilde und
großflächige Drucke wie Tierprints, inspiriert bei Giraffen oder Dalmatinern. Neu sind Logos
oder Anfangsbuchstaben der Konfektionäre, gerne auch grafische Elemente wie
überdimensionierte Karos, Kreise und Bubbles bis hin zu Drucken mit historischen Fotos und
Kimono-Motiven.

Styles
Urbaner Stil mit Outdoor-Performance, Streetwear-Look mit Funktion bis hin zu Skater- und
Surf-Anklängen, hyperlässige Übergrößen für junge Skifahrer aber auch extrem cleane Looks –
das sind die modischen Hauptströmungen der nächsten Saison. Für alle, die sich viel, gerne
und auch gut am Berg bewegen wird es dagegen dank körpernahen Schnitten schon eher
funktioneller. Im Einsatz sind elastische Materialien dort, wo die Bewegung unterstützt werden
soll: Am Rücken und Nacken, unter den Armen, an der Schultern, Ellbogen. Mützen und
Kapuzen sind zudem so geschnitten, dass sie helmtauglich sind. Ein Revival erleben zudem
funktionelle Overalls etwa von Frencys Future Lab, Norrøna, Peak Performance, Helly Hansen
oder The NorthFace: Lässig-cool und eher weit geschnitten lassen sie oft erst auf den zweiten
Blick erkennen, dass es sich um funktionelle Einteiler handelt. Ebenfalls angesagt sind im
modischen Skiwear-Bereich Retro-Keilhosen, Röhrchen-Skijeans, Kurzblousons, taillierte
Jacken, jede Menge Daune und viel Stepp.

Materialien und Funktion
Voll im Rennen sind dreilagige und elastische Funktionsstoffe, die die nötige Wind- und
Wasserdichte aber auch Bewegungsfreiheit für einen Skitag bieten. Der wird im Übrigen immer
kürzer als noch vor einigen Jahren. Standard sind in der nächsten Saison hochtechnologische
Zwei- oder Vier-Wege Stretchmaterialien, die sowohl in Längs- als auch Querrichtung dehnbar
sind. Meist sind sie zudem mit hochelastischen Membranen laminiert. Unterstützt werden die
Passformen mit ergonomisch ausgetüftelten 3-D-Schnitten. Und neue Verfahren machen es
möglich, Stoffkanten direkt miteinander zu verschweißen, so dass Nähte überflüssig werden.
Schneefänge lassen sich abzippen und unterstreichen so ihre Multifunktion – denn die Jacken
können damit auch aufs Bike oder mit zu einer Wanderung. Immer öfter werden Fleecegefütterte
Handwärmer-Taschen oder abriebfeste Beininnen-Abschlüsse angeboten, bis hin zu
speziell ausgerüsteten Oberflächen, teils mit Teflon, teils mit Nano-Technologien, um Schmutz
abzuweisen. Immer wichtiger werden ergonomische Schnitte aus einem ausgeklügeltem
Materialmix, die damit die Bewegungsabläufe der Sportler unterstützten: So bekommen speziell
Freeskier und auch Freerider gezielt eingesetzte Einsätze an speziell den Körperpartien, die am
Berg ausgiebig nach Bewegung verlangen. Dazu kommen Extras wie Belüftungssysteme, mal
als integrierte Schlitze, mal als Klappen oder per Zipper. Fast schon Voraussetzung werden
wasserfeste Zipper, Zippergaragen am Kinn oder Lycra-Bündchen mit Daumenöffnungen am
Armabschluss. Aber auch Taschen mit Kabelführung für MP3-Player, Sichtfenster am Ärmel um
die Elektronik wie Handy, portable-Mini-TV’s oder Musiksysteme zu betreiben. Hochsportliche
und Touren-taugliche Outfits zeigen in Mehrschicht-Parkas und Anoraks herausnehmbare
Thermo-, Daunen- oder Fleece-Innenjacken, aber auch Ärmel und Kapuzen zum abtrennen.

Softshells weiterentwickelt
Winterfest, stretchig, weich, hochatmungsaktiv und dank multifunktioneller Ausrichtung tragbar
übers ganze Jahr – so präsentieren sich im nächsten Winter viele der neuen Softshells. Als
(laminierte) Mehrlagen-Membranjacke etwa aus hochbeweglichem 4-Wege-Stretchmaterial,
teils mit zusätzlicher Innenjacke, lassen sie sich jetzt perfekt als äußerste Lage einsetzen.
Dünnere Softshell kommen als Membran-Variante ganz außen und ohne Membran auch als
Zwischenschichten mal unter einer Funktionsjacke zum Einsatz. Dafür sind sie teilweise durch
lose Innenfutter so ausgestattet, dass sie Feuchtigkeit schneller von innen nach außen leiten.
Windstopper-Softshells schützen mit winddichten Einsätzen und bieten innen mit auszippbaren
Microfaser-Innenjacken tollen Extra-Nutzen. Einige Softshells bieten sogar Cord-, Strick- und
Fell-Optiken. Bei den Softshell Hosen überzeugt Stretch und innen angenehmer Micro-Techno-
Fleece. Hingucker werden sicherlich die neuen Softshellhosen aus Cord sein.

Natur und Ökologie
Nicht nur in der Zwischenschicht als Shirts und Pullis und Unterwäsche werden Skifahrer mit
immer mehr Naturrohstoffen wie Merinowolle bis hin zu Kaschmir für optimalen Wärme- und
Atmungseigenschaften versorgt. Stark im Einsatz sind jetzt auch recycelte Polyester-Fasern,
wie sie etwa Fleece-Hersteller Polartec bei vielen seiner Produkte verwendet. Ziele sind Energie
sparen und weniger Emissionen freisetzen. Viele Marken greifen das Thema auf und
kombinieren etwa recyceltes Polartec zusätzlich mit wärmender Wolle. In Roxys neuer,
ökologischer Snow-Linie bestehen die Jacken etwa aus Hanf und recyceltem Polyester. Auf
Ökologie setzt unter anderem auch Helly Hansen. So wird etwa das ‚Ekolab Jacket’ aus dem
Ekolab R&D Projekt so hergestellt, dass auf PTFE in der Membran verzichtet wird. Dafür
bestehen alle Hartwaren der Jacke aus 100 Prozent recyclebaren Materialien. Zudem wird
darauf geachtet, überflüssige Energieressourcen zu vermeiden. Als strengster
Produktionsstandard in der Textilindustrie verbannt der ‚bluesign’ Standard jegliche Schadstoffe
und sorgt für Hautfreundlichkeit bei körpernahen Shirts. Nach ihm richten sich immer mehr
Sportbekleidungshersteller, unter anderem etwa das Schweizer Unternehmen Zimtstern.

Technologien und Zusatznutzen
Skifahrer wollen mehr als Bekleidung und bekommen sie in der nächsten Saison geballt. So
sorgen Skisocken von X-Technologie mit eingearbeiteten Metallfasern für mehr Wärme am Fuß.
Swanys Handschuh G-Cell kommt mit integrierter Mobil-Phone-Technologie und arbeitet via
Bluetooth, mit Blinklicht und Vibrationsalarm am Handgelenk. Individuelle Temperaturregelung
verspricht Schöffels Gore-Tex-AirBelt. Bei ihm werden Luftkammern im Nierenbereich mittels
Handpumpe bedient und isolieren perfekt gegen Kälte. Auch in die Bekleidung eingearbeitete
Protektoren sorgen für einen Tick mehr Sicherheit, hergestellt etwa von Mammut, Marc
Girardelli, Schöffel, Scott und Dainese. Schließlich greifen immer mehr Skifahrer ob jung bis alt,
ob Mann und immer mehr Frauen zu Anoraks, Pants, zu Westen und Shorts mit
herausnehmbaren Platten aus Polypropylen und Polyethylenschaum. Neure Materialien sind
dabei oft sehr flach, beweglich und damit kaum sichtbar. Sie verhärten sich erst im Falle eins
Crashs und verteilen den Schlag auf die gesamte Schutzschicht.
Gipfelstürmer bekommen mit Rossignols Gore Tex Stretchjacke ‚Chrono Meteo’ eine ‚Pure
Mountain Station’ mitgeliefert. Sie kann einzeln verwendet oder in einem dichten,
thermogeformten Einsatz außen auf dem Ärmel der Jacke getragen werden. Neben der
Zeitanzeige vereint sie alle für den Skifahrer wichtigen Funktionen wie Barometer,
Höhenmesser, Digitalkompass, Stoppuhr und Alarm. O’Neill bringt eine Jacke mit integriertem
Navigationssystem im Ärmel und Audio-Vorrichtung in der Kapuze. Entwickelt wurde sie
gemeinsam mit My Guide. Dank kursbestimmender Funktion soll es damit eine bessere
Orientierung in den Bergen geben. Abrufbar sind zudem Wettervorhersagen, Details zur Route
und über einen ‚friend-finder’ lassen sich auch noch Gleichgesinnte ausmachen.
Kälteempfindliche bekommen in der nächsten Saison jede Menge Hilfe mit Heizsystemen in
Handschuhen, Westen und Jacken und immer kleineren, leistungsfähigeren Akkus. Die ‚Hit
Jacket W’ etwa kommt mit einem modulierbaren Heizsystem, das Rossignol in Kooperation mit
der deutschen Firma Novonic entwickelt hat. Es ist 250 Gramm leicht, wasch- und wieder
aufladbar.

Freerider bekommen Extras
Für die immer noch wachsende Fangemeinde der Freerider ist es unabdingbar, sich mit den
Wetter- und Schneebedingungen im hochalpinen Gelände auseinanderzusetzen. Damit stellen
sie ähnliche Anforderungen an die Bekleidung wie Alpinisten. Die neuen Freeride-Kollektionen
sind modisch lässig, zeigen urbane Styles und sportliche Looks. Sie leben vom schlichten
Understatement, bieten eine technisch-modische Optik und – ganz wichtig - ein optimales
Zusammenspiel funktioneller Materialien, Schnitte und Details. Diese werden oft mit aktiven
Freeridern die wissen worauf es im Gelände ankommt, erarbeitet. So lassen sich Jacken und
Hosen per Andocksystem zum Overall fixieren, damit kein Schnee eindringen kann. Die
Hosenbündchen sind hochgezogen, haben Nierenschutz. Integrierte Soft-Protektoren schützen
extra empfindliche Körperpartien. Die Hose ‚Harness Pant’ von Rossignol kommt mit
integriertem Klettergurt. Mit 94 Gramm (bei Hosengröße M) ist er einer der leichtesten auf dem
Markt und entspricht den europäischen, US-amerikanischen und kanadischen Normen. Und
einige Kapuzen haben seitlich transparente Einsätze für eine noch bessere Rundumsicht.

Freestyler sind lässiger
Die jüngere Gruppe der Freestyler, die vermehrt auf Twin-Tip-Ski unterwegs ist, hebt sich mit
ihren Outfits 08/09 wiederum von allen anderen Skifahrern ab. Für sie kommen wieder weitere
und auch längere Jacken und Hosen. Angesagt sind baggy-Schnitte, Cargotaschen aber auch
Parkas und Longjackets in eher gedeckten Farben, Naturtönen, in Used-Look und Retro-Stil.
Gemixt wird bewusst schräg: Karos zu Prints, Streifen zu Tattoos, Braun zu Olive, Anthrazit zu
Neon-Orange, Hauptsache schräg und unkonventionell.

Modischer Lifestyle
Wenn Schick und Eleganz für modebewusste Skifahrer auf die Piste kommen, dann tun das
einige Hersteller mit hochtechnologischen Designer-Kollektionen. Angesagt sind im nächsten
Winter figurbetonte Schnitte, weiche Griffigkeit und angenehmer Tragekomfort. Voll im Trend:
Softshells mit Retro-Style Elementen aus den 70er Jahren wie Jet-Set-Steghosen und röhrigschmal
geschnittenen Pants. Dazu besonders körpernah taillierte Jacken. Nach außen hin darf
es metallisch glänzen, teils mit auffälligen Leo-Tierprints wie bei Allsport, teils mit echtem aber
auch mit Kunst-Pelzbesatz an Kapuzen. Wer italienisch-sportive Couture liebt, trägt im nächsten
Winter unbedingt Stepp und Daune. Bevorzugt hochwertige Gänsedaune in Weste, Anorak bis
hin zum langen Mantel. Mal rockig, mal cool oder klassisch als Blouson – alles ist insgesamt
flacher versteppt und nicht ganz so füllig wie gehabt. Wenn die Oberstoffe mal nicht auffällig
glänzen, dann punkten matte Fliegerseide aber auch matte Oberstoffe, dann aber in knalligen
Farben. Diese werden dann von den männlichen Alpinisten bevorzugt. Beliebt werden Stepps
zudem mit immer leichteren und dünneren Isoliermaterialien wie Prima Loft. Mit Raffungen und
elastischen Seiteneinsätzen werden sie zudem recht körperbetont.
Immer noch in Trend liegen zudem Military-Stil mit Parkas in Grün- und Olive-Tönen, Retro mit
wattierten Jacken und Blousons aber auch ausgefallene Strukturoberflächen wie wolliger
Tweed, Fischgrat, All-Wetter-Cord oder -Leinen, teils auch Lederbesätze bis hin zu
Schlangenhaut-Imitaten. ‚In’ sind Hosen und Anoraks aus Jeans. So bringt etwa das
Snowboard-Label 686 gemeinsam mit Levis Funktionsjacken und Hosen im Jeans-Look aus
einem besonders leichten Denim-Gewebe in Blau, Schwarz aber auch Grün, Braun und Rot.
Passend dazu kommen toughe Nieten und glitzernde Swarovski-Kristalle.

27/MK
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