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• In Europa blieb der Umsatz des Sportfachhandels 2007 mit rund 37 Milliarden Euro stabil • In Deutschland sank er von 7,1 Milliarden auf 6,9 Milliarden • Nach einem schneearmen und daher umsatzschwachen Januar und
Februar 2007 und den negativen Folgen der Mehrwertsteuererhöhung
startete der mittelständische Sportfachhandel eine beispielslose
Aufholjagd im 2. Halbjahr
Die Situation im deutschen und europäischen Sportfachhandel ist
nach wie vor durch unvorhersagbare und unvorhersehbare
Wettersituationen, immer kürzere Lebenszyklen der Produkte, durch
ein sich immer rascher änderndes Verbraucherverhalten und durch
ständigen Kosten- und Preisdruck geprägt.
Wir deutsche und europäische Sportfachhändler blicken aber
nach vorne und prüfen aus positiver Grundstimmung heraus das
umfassende Angebot unserer einzigen Weltmesse, der ispo Winter. Es
zeigt deutlich, dass mehr als 50 Prozent der Sportfachhändler zwar
immer noch ein Winter orientiertes Angebot bereithalten. Wir
Sporthändler entwickeln uns aber eindeutig in den letzten Jahren
weg von reinen Wintersportanbietern hin zu Wettersportanbietern. Wir
präsentieren unseren Kunden umfassende Sortimente für alle
Wetterlagen, von kalt bis heiß, von trocken bis regenreich. Die
ispo zeigt sie in ihren Outdoor-Hallen. Dort finden wir neben
Wintersport auch ein sportives Ganzjahresangebot in Textilen und bei
Hartwaren.
Seit Jahren meistern wir mittelständische Sportfachhändler
schwierige Marktbedingungen. Im vergangenen Jahr verschärften sie
sich noch durch die Erhöhung der deutschen Mehrwertsteuer von 16
auf 19 Prozent. Deshalb konzentrieren wir uns auf unsere Stärke,
die wir mit Beratung und Service in unseren lokalen Märkten haben
und die uns stark von anderen Anbietern unterscheidet.
Dazu kommt, dass die meisten von uns deutschen Sportfachhändlern,
wie in Europa auch, in den großen internationalen
Einkaufskooperationen und Marketingverbünden wie Intersport oder
Sport 2000 organisiert sind. Im Verbund mit anderen Kollegen wenden sie
dort ihre vielfältigen Marketingmethoden erfolgreich an. Damit
erzielen sie als inhabergeführte Fachgeschäfte weitere
Pluspunkte am Markt, wie absolute Marktnähe,
zielgruppenorientierte Ausrichtung der Sortimente bei konsequenter
Fachberatung und entsprechendem Service.
Dieser Service ist vor allem im Winter unter dem Thema Sicherheit im
Skilauf umfassend gefordert und nötig. Zusammen mit dem Deutschen
Skiverband und den Verbundgruppen Intersport und Sport 2000 hat der
Verband Deutscher Sportfachhandel bereits bei Saisonauftakt im Oktober
diesem Thema durch gemeinsame Aktionen aller Sportfachhändler am
Point of Sale einen hohen Stellenwert verschafft. Dazu gehört auch
das Angebot einer entsprechenden Skiversicherung, die der vds seit
vielen Jahren zusammen mit dem DSV den Kunden in seinen Geschäften
anbietet und das von der Wintersportgemeinde sehr gut angenommen wird.
Auch dieses Arrangement zwischen vds und DSV dient der Verbesserung der
aktiven Sicherheit im Wintersport. Deshalb freuen wir uns als vds und
als Fedas, dass unsere internationale Fachmesse ispo Winter diesem
wichtigen Aspekt Sicherheit im Wintersport mit ihrem Neuheitenangebot
wie immer voll Rechnung trägt.
Blicken wir als Verband auf die Umsätze unserer Mitglieder im Jahr
2007, soweit sie uns schon vorliegen, war das Umsatzjahr vom Wetter her
zunächst zweigeteilt. Durch die ungewöhnlich warmen Monate
von Januar bis April blieb unser Umsatz in Deutschland unter unseren
Erwartungen. Erst danach konnten wir mit unseren Geschäften zu
einer beispiellosen Aufholjagd starten, die uns in der zweiten
Jahreshälfte zwar gelang, die aber trotzdem nicht reichte, das
sehr gute Ergebnis des Fußballweltmeisterjahres 2006 zu
übertreffen. Deshalb konnten wir den Umsatz von 7,1 Milliarden
Euro aus dem Jahr 2006 nicht halten und mussten 2007 einen
Umsatzverlust auf rund 6,9 Milliarden Euro hinnehmen.
Unsere entscheidenden Umsatzbringer waren 2007 - Wandern, Trekking, Outdoor + 15 % - Freizeitmode + 6 % - etwa gleiche Pluszahlen für die Bereiche Racketsport und Funwheel - der Angebotsbereich Multisport + 5 % - Bade und Beach + 1 % - Running + 1 %
Wie diese Zahlen zeigen, präsentieren sich die europäischen
Sportfachhändler im Winter nicht nur als Wintersportanbieter,
sondern zunehmend mehr als Wettersportanbieter für das ganze Jahr.
Wir Fachhändler wissen dabei, dass wir allein mit unserem Service
die angesagten Fachberater sind, wenn immer mehr Kunden Gesundheit und
Fitness mit dem Einkauf in unseren Geschäften verbinden. Auch auf
dieser ispo werden wir daher genau die vielfältigen Angebote
anschauen, die für uns in den wachsenden Marktbereichen Best
Agers, 50 plus und sportliche Frauen bereitgehalten werden. Interessant
für uns ist auch die Tatsache, dass der lange von Umsatzverlusten
geplagte Racketsport wieder an Umsätzen im Markt zulegt. Nicht
zuletzt dadurch, weil wir Fachhändler in unserer Mehrheit
immerwieder an die Auferstehung des Racketsports, vor allem des Tennis,
geglaubt haben. AlsVerband haben wir sie zusammen mit unseren Kollegen
vor Ort, wie beispielsweise in Hamburg, mit unseren Initiativen sicher
auch gefördert.
Wir hoffen, dass die Fußball-Europameisterschaft in der Schweiz
und in Österreich wieder einen Umsatzhöhepunkt in den
Geschäften bringt, vor allem dann, wenn es beispielsweise die
deutsche Mannschaft in das Finale der Euro 2008 schaffen würde.
Zusammen mit Erfolgen der anderen Nationalteams, besonders auch den der
Österreicher und Schweizer, denen wir als Fedas und vds ebenfalls
fest die Daumen drücken, könnten wir dann als
europäischer Sportfachhandel im EM-Jahr 2008 den Umsatz 2007, der
mit rund 37 Milliarden Euro verglichen zu 2006 in etwa gleich geblieben
ist, in Europa doch wieder nennenswert erhöhen.
Als Fedas und vds müssen und werden wir mit allen unseren Partnern
aus der Markenartikelindustrie, an ihrer Spitze sicher die Global
Players aus dem Sportschuh- und Wintersportbereich, weiter ernsthaft
darüber sprechen, wie stark denn der Vertikalisierungsprozess der
Markenindustrie fortgesetzt werden soll. Verbunden mit einer immer
stärkeren Präsenz dieser Marken in eigenen Verkaufsportalen
im Internet.
Das ist für uns sehr ärgerlich. Wir werden uns deshalb als
Fedas und vds diese Entwicklung weiter sehr genau ansehen. Dabei wissen
wir sicher eines, dass es keiner noch so berühmten Marke gelingen
wird, den flächendeckenden Vertrieb aufzubauen und zu unterhalten,
den wir als mittelständischer Sportfachhandel seit Jahrzehnten
bieten.
Auf Dauer wollen Kunden Markenmix und keine Monomarkenstores. Ein Trend
der Marke nach unten bringt oft schnell das Aus der Markenshops.
Wir werden uns aber weiter sinnvollen Kooperationen mit den Marken nicht verschließen. Dabei müssen unsere Partner, die Hersteller, aber eines wissen:
Wenn sie weiter auf das Vertriebskonzept Fachhandel setzen wollen oder
wie wir glauben auch müssen, dann sollten und müssen sie
immer dafür sorgen, dass die entsprechenden Partner im
flächendeckenden Fachhandel auch immer genügend Spanne beim
Einkauf erhalten müssen, die für ihren Einsatz und ihre
Existenz am Markt zum Nutzen aller Partner notwendig ist.
Ohne diese Grundübereinstimmung, so wie sie bisher vorhanden war
und noch ist, ist keine Zusammenarbeit am Markt mehr möglich.
Als deutsche und europäische Sportfachhändler freuen wir uns,
jetzt in den kommenden Arbeitstagen auf der ispo Winter 2008 aus dem
Angebot von mehr als 2000 Markenfirmen unsere Sortimente auswählen
zu können. Damit erzielt unsere Weltmesse ispo wieder einen
Ausstellerrekord. Dazu gratulieren wir unserem Messepartner herzlich.
Quelle: Statement von Fedas- und VDS-Präsident Werner Haizmann
anlässlich der Hauptpressekonferenz ispo winter 08 am Donnerstag
24. Januar 2008 in München
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